In den letzten Wochen habe ich mehr oder weniger freiwillig die Gelegenheit gehabt einen Selbstversuch durchzuführen.
Und zwar einen Versuch wie mein Leben laufen würde, wenn ich keinerlei Aufgabenlisten oder Terminkalender führen würde.
Christian stellt in einem Posting auf Notizbuchblog.de die Frage, ob das Digital siegen könnte.
Diese Frage finde ich sehr interessant. Vor allem weil dieses Thema auch für Planungsinstrumente von Bedeutung ist.
Man hört immer wieder, dass Leute ständig Stress haben. Die Kinder verursachen Stress, die Arbeitsbelastung verursacht Stress, man findet keine 5 Minuten Ruhe, um mal was zu lesen und so weiter.
Was würde eigentlich passieren, wenn plötzlich diese Stressfaktoren wegfielen?
Heute morgen in der Kantine am Kaffeeautomaten. Ich stelle mich auf der linken Seite an, da wo die Tassen für die Benutzung stehen. Vor mir ist jemand, der gerade Heißwasser abfüllt.
Und dann stellt sich von der falschen Seite eine Kollegin an. In diesem Moment merke ich, wie mein Stresspegel steigt.
Wir verbringen zwischenzeitlich viel Zeit mit dem Beantworten bzw. Bearbeiten von Mails. Daher wird häufig der Tipp gegeben, man solle sich bei Antworten zumindest bei gut bekannten Empfängern auf wenige Sätze beschränken und beispielsweise die Anrede und den Gruß weglassen.
Ich bin im Grunde dagegen.
Sie wohnen in der Stadt. Hören die Autobahn schon gar nicht mehr. Landende Flugzeuge sorgen dafür, dass Ihr Fernseher immer lauter wird.
Langsam aber sicher merken Sie, wie Sie immer unruhiger werden und manchmal sogar richtige Wutanfälle entwickeln. Aber so wirklich zuordnen können Sie das nicht.
In der Selbstmanagement-Literatur und beinahe jedem Artikel zum Thema Büroarbeit finden wir Hinweise darauf, wie wir endlich Ordnung in unsere Müllhaufen bringen, den wir Schreibtisch, Büro oder Wohnung nennen. Ganze Beraterteams kümmern sich angeblich ausschließlich um das Ordnen und Entrümpeln.
Viele Menschen neigen dazu Situationen danach zu beurteilen, was Positive und was Negativ ist. Was also so bleiben kann und was besser gemacht werden könnte.
Aber manche konzentrieren sich fast ausschließlich auf das, was besser gemacht werden könnte. Und im Laufe der Zeit entwickeln diese Menschen dann eine große Einseitigkeit.
Sie kennen die Werbung: Mann schuftet den ganzen Tag hardcoremäßig im Wald und schlägt Feuerholz für die nächsten 10 harten Winter.
Kommt nach Hause und Frau präsentiert eine Tütensuppe: „Für meinen Helden„
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