Formatfrage (A5, A6, A7?)

Da mich in letzter Zeit häufiger Fragen bezüglich des idealen Formates eines Planers erreichen, möchte ich hier kurz die wichtigsten Ideen von Ihnen und mir zusammenfassen. Vielleicht hilft Ihnen das bei einer Entscheidung.

A5

Planer im A5-Format sind naturgemäß recht groß und mit Ringmechanik auch noch schwer. Sie neigen zum Überfüllen mit – wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind – nicht wichtigen Unterlagen. Beispielsweise schleppen wir die gesammelten Meetingprotokolle mit oder das Ausgangsmaterial für unsere Zielfindung. Unterlagen, die genau so gut auch zu Hause in Registermappen oder Ordner abgelegt sein dürfen – weil wir sie nicht ständig dabei haben müssen.

Dafür bietet das Format aber auch einen gewaltigen Vorteil. Wenn wir mal gedruckte Notizen oder (Brief-)Schreiben mitnehmen müssen (Behördentelefonate sind mein Lieblingsbeispiel – wir alle wissen, welche Arbeitszeiten dort herrschen und wann wir die Anrufe mit den Kollegen dort erledigen müssen: grundsätzlich während unserer eigenen Arbeitszeiten), lässt sich dank Ringmechanik und Locher einfach das Schreiben einheften.

Nachteilig ist immer, dass im Regelfall nur ein Bruchteil des verfügbaren Platzes wirklich beschrieben wird. Kennen Sie das auch, dass Sie Dutzende Seiten mit wenigen Zeilen Notizen eingeheftet haben? Unterm Strich betrachtet wird der Platz in einem A5-Planer selten wirklich genutzt.

Wiederum ein Vorteil ist, dass größere Planungsübersichten (auch privater Natur!) sehr übersichtlich sind. Die gleichzeitig daraus leider folgende Gefahr, dass Tage an mehreren Stellen gleichzeitig verplant werden können, bekommen wir in der Regel nur über sehr strenge Planungsregeln in den Griff.

Ringbücher in A5 sind noch ein Stück größer als Klemmmechaniken wie beim X47/X17. Und grundsätzlich müssen wir immer wieder entscheiden „mitnehmen – oder lieber liegen lassen“. Terminabstimmungen unterwegs, beim Treffen mit Freunden und ähnlichem sind nur möglich, wenn sich der Kalender herausnehmen lässt. Das Buch/den Ordner an sich haben wir wohl genau dann nicht dabei.

Der „Coolness“-Faktor der A5-Planer ist auch eher zurückhaltend optimal. Das Blättern, Seitengeradestreichen, vorsichtige Zusammenklappen (kennen Sie das? Wieder ein Blatt in der Ringmechanik verhakt?) – das alles fällt auf, wirkt nicht besonders lässig und die Tendenz geht zum „der ist überplant“-Denken.

Wenn Sie sich Sorgen machen, weil Sie gerade 200 oder 300 EUR für einen A5-Planer versenkt haben – lassen Sie es. Das Argument „aber ich habe doch gerade erst“ zählt nicht, wenn es um ein Instrument geht, dass uns unser Leben erleichtern soll. Wenn Sie sich mit einem A5-Planer wohl fühlen und die Transportprobleme gelöst haben – wunderbar. Sie haben unendliche Flexibilität und praktisch einen Ordner für unterwegs. Passen Sie nur ein wenig auf, dass Sie keine 300 Seiten mitschleppen, von denen Sie maximal 5 regelmäßig nutzen.

A6/WT/Westentasche

Das A6- oder Westentaschenformat ist vergleichsweise winzig. Mit einer ordentlichen Handschrift bekommen Sie noch genug Buchstaben in die Einlagen gequetscht, dass auch ein paar Infos zu einem Termin hinzugefügt werden können.

Das mobile Handling ist großartig. Eigentlich immer haben wir Taschen dabei, wo der Planer reinpasst. Jackentasche, Umhängetasche, Handtasche und zur Not eine große Hosentasche – voila.

Problematisch wird es mit dieser Größe, wenn es um den Überblick größerer Zeiträume gehen soll. Planung ist mit dieser Größe zwar technisch möglich, praktisch aber jedenfalls für die meisten von uns nicht besonders lustig. Selbst eine kleine Projektplanung privater Natur („Wohnzimmer renovieren“) macht wenig Freude – dafür haben wir aber die passende Einkaufsliste direkt zur Hand, wenn wir dann gerade beim Baumarkt stehen (den A5er haben wir im Auto gelassen).

Unterlagen für wichtige Telefonate oder gar Kundeninfos nehmen wir mit diesem Planer entweder in einer Spezialfaltung oder gar nicht mit. Die Tendenz geht zur „Aktentasche mit den Unterlagen“, wenn es denn wirklich einmal sein muss.

Eine Terminabstimmung unterwegs ist kein Problem. Planer ist ja dabei – der fällt praktisch gar nicht groß auf. Wir sind immer planbereit – wenn auch eher im zeitlichen Sinne als im großen Überblick. Aber da der A5er zu Hause auf der Kommode liegt während wir mit Freunden in der Kneipe den gemeinsamen Kinoabend planen – ist der zeitliche Überblick immer noch besser als die Aussage „ich sag euch dann morgen bescheid“.

Die schwierige Entscheidung A5 oder A6 bleibt schlussendlich daran hängen, wie viele selbstgedruckte oder zugeschickte Unterlagen Sie unterwegs benötigen. Und wie groß Ihr Bedarf ist, Ihre Planungsgrundlagen (Übersichtspläne, Brainstormingergebnisse etc.) immer dabei zu haben. Im A6er ausgeschlossen, im A5er fast schon automatisch.

A7

Deutliches Statement: Für mich unbenutzbar. Meine Handschrift ist größer als 2mm und ich brauche grundsätzlich mehr Buchstaben für eine Terminvereinbarung als 3. Kürzel im Dutzendpaket kann ich mir nicht merken und habe ich auch nicht vor zu lernen.

Der X47-Planer im A7-Format ist der Einzige der noch ein gewisses Platzangebot anbietet (praktisch das Platzangebot eines A6-er-Ringbuchs) – alle anderen sind sowieso draußen.

Fazit

Auch wenn ich oben sehr locker über die Vor- und Nachteile geplaudert habe – schlussendlich können nur Sie alleine entscheiden, was Sie wirklich nutzen und brauchen. Lassen Sie sich von den verschiedenen Herstellern entweder Proben liefern oder bitten Sie um Zusendung mit Rücksendungsgarantie (beim Onlineshopping haben Sie sowieso 14 Tage Zeit – nur die Einlagen nicht beschreiben bitte, wir wollen fair bleiben!) und schauen Sie selbst.

Wenn Sie Zweifel haben – probieren Sie erst einmal das kleinere Format. Vielleicht zeigt sich nach 14 Tagen, dass das gelegentliche „Kleinfalten“ von Unterlagen eher harmlos ist und dass Ihr Kopf doch keine 500 Ideen am Tag produziert, die alle festgehalten werden müssen 🙂

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