Kalender am Ohr

Smartphones sind, abseits von Spielekonsole, Musikplayer und Video„leinwand“, eine geschickte Kombination aus Adressbuch, Aufgabenliste, Telefon und Terminkalender. Ein Office-Multitalent eben.

Im Alltag aber führt das schon mal zu skurrilen Situationen.

Termin vereinbaren

My Schedule von Mild Mannered Photographer bei Flickr

My Schedule von Mild Mannered Photographer bei Flickr

Vielleicht kommt Ihnen folgende Situation bekannt vor. Das Smartphone klingelt, ein Geschäftspartner will mit Ihnen einen Termin abstimmen. Ihr hochentwickelter Terminkalender würde hier zum Einsatz kommen – wenn Sie den nicht gerade am Ohr halten würden. Sie notieren sich also die Terminvorschläge und sagen einen Rückruf zur Bestätigung zu. Jedenfalls dann, wenn Sie geschickt sind. Im schlimmsten Falle haben Sie einfach einen Termin zugesagt zu einem Zeitpunkt, der in Ihrer Erinnerung noch frei sein müsste.

Was läuft da schief?

  • Wieso führen Sie einen Terminkalender, den Sie sowieso nicht zuverlässig konsultieren können? Nehmen Sie auch den Hörer vom Ohr mit Hinweis auf „ich muss mal eben nachsehen“ – und rauben damit Ihrem Gesprächspartner unnötigerweise wertvolle Zeit (und Nerven)? Finden Sie das Handling nicht doch eigentlich ziemlich unpraktisch?
  • Wenn Sie alle Termine im Kopf behalten können, wieso führen Sie überhaupt einen Kalender? Sie sollten Ihren Kopf nicht als Notizbuch missbrauchen, er ist viel besser im kreativen Denken.
  • Wieso telefonieren Sie mit Ihrem Kalender? 😉

Voll integriert kann zu Rückschritt führen

So (technisch) interessant eine Integration von verschiedenen Informationsdatenbanken und Möglichkeiten auch ist, die Kombination hat den Nachteil, dass sich die gleichzeitige Anwendung manchmal ausschließt.

Sie können eben nicht gleichzeitig das Smartphone am Ohr halten und in Ihrem Smartphone-Kalender nachschlagen.

Ich habe schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass das Führen eines Kalenders im selben Medium wie das, was ich zur Vereinbarung von Terminen nutze, mich im Alltag behindert statt entlastet.

Wie geht es Ihnen damit? Alles kein Problem? Wie machen Sie das? Freisprechen?

 

6 Kommentare

  • Und *deshalb* schwöre ich nach wie vor auf den guten, alten Filofax! Nicht nur kann ich telefonieren und gleichzeitig Notizen machen – ich kann meinem Gesprächspartner z. B. auch eine Adresse oder Telefonnummer durchgeben, die im Filofax steht. Ich muss nicht das Gespräch unterbrechen, um die gewünschte Info auf dem Smartphone zu suchen.

  • Ich kenn‘ das Dilemma. Aber trotz dieses offensichtlichen Nachteils sehe ich eben auch massive Vorteile. Allein dass ich einen Termin ein einziges Mal eingeben muss, ist schon ziemlich überzeugend. Denn im Geschäft brauchen sie die Info im Outlook. Zu Hause hätte es die Frau gerne im Handy oder am Compy. Und jetzt müsste ich es auch noch für mich von Hand eintragen. Ausserdem müsste ich dann immer zwei „Geräte“ herumtragen (Agenda, Smartphone)

    Aber wie gesagt, ich bezeichne das als Dilemma. Denn perfekt sind beide Lösungen (alles in einem oder getrennt) für meine Bedürfnisse nicht.

  • Warum nicht ein Smartphone als Kalender etc. und ein ganz normales Handy dazu zum Telefonieren? Und schon funktioniert alles wieder 😉 Klar, man hat zwei Geräte. Aber einen ‚manuellen‘ Kalender muss man schließlich auch mit sich herumtragen…

    Wobei ich die Anrufe entweder im Auto führe – da hilft auch kein Filofax beim Fahren – oder im Büro – da ist Outlook vorhanden. Insofern stellt sich das Problem bei mir eher selten. Und wenn man geschickt mit dem Smartphone umgehen kann, kann man das auch gut während eines Gesprächs nachschauen.. mehr als 5-10sec brauche ich nicht, um die freien Termine im Display zu haben. Das sollte auch dem Gesprächspartner zumutbar sein.

    Mir reicht ein Smartphone voll aus.

  • Ich weiß nicht wie es bei anderen Smartphones geht, aber beim iPhone kann ich locker hin und her schalten ohne das Gespräch zu stören. Und Daten sage ich nicht weiter, sondern schicke sie per eMail oder sms, weil sonst die gefahr des „Missverstehens“ leicht zu Überraschungen führt. Man sollte überhaupt weniger reden, wenn es um den Austausch von Information geht. Meiner Erfahrung nach bringt zum Beispiel eine MindMap direkt aus dem iPhone oder eine abfotografierte Skizze oft mehr als lange Erklärungen.
    Gruß,
    Harry

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