Selbstmanagement mit dem iPad

Heute mal ein Artikel, der für mich eigentlich untypisch ist. Es geht nämlich darum, mit welchen Anwendungen und Zubehör das iPad das klassische Zeitplanbuch ersetzen kann.

In den nächsten Wochen wird es mehr Artikel in diesem Zusammenhang geben.

Anforderungen

Das iPad muss (mindestens) das alles ersetzen, was wir in unserem bisherigen Planungsinstrument genutzt haben:

– Kalender

– Aufgabenlisten

– Notizen

– Adressübersicht

Im Grunde genommen ist es das schon; „Projektübersichten“ und anderes sind im Grunde strukturierte Kombinationen von Notizen und Aufgabenlisten.

Anwendungen

Kalender

Der mit dem iPad gelieferte Kalender hat verschiedene Sichtebenen (Monat, Woche, Tag) und ist sehr übersichtlich. Das Eintragen von Terminen auch mit Erinnerungen oder regelmäßige Wiederkehr ist einfach.

Aufgabenlisten

Wenn wir den GTD-Ansatz verfolgen, ist die gelieferte Aufgabenliste nicht einsetzbar. Dazu können wir beispielsweise „Things“ oder, wenn es etwas sehr viel komplexer sein darf, „OmniFocus“ einsetzen. Die Programme synchronisieren sich beide mit den jeweiligen Mac-Gegenstücken.

Notizen

Hier würde ich eine Aufteilung auf verschiedene Notizarten vorschlagen. Einmal das „laufende“ Notizbuch, dass über ein Tagebuch wie „MaxJournal“ abgebildet werden kann. Und einmal haben wir Bedarf an „kleinen Notizen“, die allgemeiner Natur sind und nicht einem bestimmten Tag zugeordnet werden sollen. Dazu kann die gelieferte Notizen-Anwendungen genutzt werden – oder aber ein Tool wie „Evernote“, „DEVONthink To Go“ oder „Goodreader“. Alle drei lassen sich mit Desktop-Gegenstücken synchronisieren (DEVONthink nur für den Mac verfügbar).

Adressübersicht

Die mit dem iPad gelieferte Anwendungen ist völlig ausreichend.

Zubehör

Tastatur

Wenn viele Notizen geschrieben werden müssen, empfehle ich unbedingt eine Bluetooth-Tastatur. Die von Apple verfügbare Tastatur hat einen sehr geringen Stromverbrauch (d.h. die Akkus halten lange) und einen angenehmen aber leisen Anschlag. Außerdem ist sie recht platzsparend, da der Cursor-Block einer normalen Tastatur winzig unter die Tasten gequetscht wurde. Diese Tasten brauchen wir am iPad nicht (dafür haben wir das Touch-Display).

Hülle

Eine gute Lederhülle schützt das iPad und kann gleichzeitig dazu genutzt werden, den Blickwinkel etwas zu erhöhen, damit wir das Display besser ablesen können.

Das war es schon?

Ja. Auch wenn ich den Artikel gerne erheblich umfangreicher geschrieben hätte – aus meiner Sicht gibt es nicht mehr, was angeschafft und installiert werden muss. Die oben beschriebenen Anwendungen erfüllen jeweils ihren Zweck und unsere Selbstorganisation wird weiterhin funktionieren, wie wir das gewohnt sind.

Keine Nachteile?

Verstehen Sie den Artikel nicht falsch – mir geht es hier gar nicht darum, ob das iPad jetzt ein „optimaler“ Ersatz für einen Papierplaner ist oder nicht. Je nach Persönlichkeit und Gewohnheiten kann das iPad nicht mithalten, egal wie „cool“ oder „neu“ es ist. Aber objektiv betrachtet ist das iPad aus meiner Sicht das erste elektrische Instrument, dass sich als Ersatz wirklich nutzen lässt: die Akku-Ladung hält locker einen Arbeitstag (erfahrungsgemäß nach ein paar Tagen Spieltrieb eher im Bereich 2-3 Arbeitstage), das Gewicht ist überschaubar (ein Papierplaner ist je nach Umfang erheblich schwerer) und die Bedienung zumindest für das Abrufen von Informationen sehr elegant (das Eintippen ist immer ein Problem – aber ein guter 8-10-Finger-Tipper kommt mit einer zusätzlichen Tastatur sehr gut zurecht).

Die Vorteile von handschriftlich geführten Listen (siehe dazu auch andere Artikel auf Orga-Dich) kann ein iPad natürlich nicht bieten. Weder erhöht es den „Leidensdruck“ schon oft verschobene Aufgaben endlich umzusetzen noch können Notizen so individuell notiert werden, wie das handschriftlich erfolgen kann.

Die individuelle Note des Benutzers geht in gewisser Weise etwas verloren.

Wenn das Synchroniseren des iPads (bzw. der dort installierten Anwendungen) mit Desktop-Anwendungen oder iPhone-Anwendungen genutzt werden soll, ist es beinahe Voraussetzung, dass die gesamte Infrastruktur auf Mac-Rechnern und mit Apple-Betriebssystemen läuft. Das kann ein erhebliches Problem werden – wenn wir bedenken, dass Windows einen Marktanteil von über 90% hat.

Fazit

Apple hat mit dem iPad (und übrigens mit dem iPhone und dem Mac-Universum allgemein) eine Arbeitsumgebung geschaffen, die für einen modernen Dienstleister wie geschaffen ist. Alle Geräte „verstehen“ sich miteinander, das Synchronisieren ist einfach und banal, die Akkulaufzeiten sind sehr hoch und die gebotene Funktionalität dank einer riesigen Auswahl von Anwendungen unüberschaubar.

Ich für meinen Teil bin etwas hin und her gerissen. Ich nutze das iPad seit vielen Wochen recht erfolgreich für meine Aufgabenlisten, Termine und für den Abruf meiner Mails (und für das abendliche RSS-Feed-Lesen *g*). Obwohl ich eine externe Tastatur besitze, fällt es mir immer noch schwer diese auch tagsüber zum Notieren von Notizen zu nutzen – ich empfinde es als „zu auffällig“, wenn ich im Meeting sitze und erst mal meine Technik auf den Tisch knalle. So setze ich dafür zumindest ein normales Notizbuch ein – und übertrage die wichtigen Eckdaten dann später an meinem Arbeitsplatz auf das iPad. Das ist nicht ideal und kostet unnötig Zeit – andererseits umgehe ich so das Problem meiner extrem schlechten Handschrift und dem „Was soll das heißen“-Effekt nach ein paar Tagen…

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