Entscheidungen hinterfragen lassen

Kennen Sie das von sich auch, dass Sie manchmal Entscheidungen treffen möchten oder müssen und sich über die richtige Wahl doch recht unsicher sind?

Natürlich gehört es zur Natur von Verantwortung, wenn Fehler gemacht werden. Wie meinte mal ein Charakter in einem Film „Führen zu können, heißt auch mit falschen Entscheidungen leben zu können“. Führen muss nicht unbedingt Personalführung sein. Auch für sich selbst sind Sie schließlich verantwortlich.

Schwierige Entscheidungen

unsure about o'keeffe - fruit salad - unsure about oddsock

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Manchmal müssen wir Entscheidungen treffen, die wir aus irgendeinem Grund nicht spontan treffen wollen. Zwar ist die schnelle Entscheidung häufig genau die richtige – aber eben nicht immer. Gelegentlich haben Entscheidungen so große (zeitliche, persönliche, finanzielle) Auswirkungen, dass wir die Entscheidung lieber auf ihre Fallstricke und Gegenargumente abklopfen wollen.

Das ist aber alleine gar nicht so einfach. Natürlich können Sie Hilfsmittel wie Entscheidungstabellen oder bestimmte Brainstorming-Techniken wie Mindmaps einsetzen, um die Entscheidung ein wenig zu erden und auf Aspekte zu stoßen, die Sie beim ersten Gedanken nicht berücksichtigen konnten.

Besser ist es, wenn Sie die Entscheidungen diskutieren. Naja – eigentlich diskutieren Sie nicht die Entscheidung, sondern die Gründe, die für Sie für eine Entscheidung sprechen würden. Sie legen also Ihren Entscheidungsweg offen und erhoffen sich von Anderen Feedback dazu.

Der Widersprecher

Wenn Ihr Umfeld kein Interesse an Ihrem Thema hat oder generell jeden Konflikt vermeiden will, wird es Ihnen in diesem Fall (und auch sonst vermutlich) nicht nutzen.

Sie brauchen jemanden, der den Mut hat Ihre Gedanken zu hinterfragen, Ihnen zu widersprechen und der die undankbare Aufgabe übernimmt als Querulant vorverurteilt zu werden.

Dabei wäre es natürlich ideal, wenn dieser Widersprecher mit objektiv vernünftigen Gegenargumenten aufwarten kann. Er oder sie also konstruktiv kritisiert.

Aber selbst wenn das nicht der Fall ist, kann jemand, der um jeden Preis widersprechen möchte, hilfreich sein: Wenn wir es schaffen unser Ego aus der Gleichung zurückzunehmen und nicht aufgrund von Widerstand „erst Recht“ unsere Entscheidungen durchziehen wollen, werden wir hoffentlich dazu gebracht die Entscheidungsgrundlagen erneut zu hinterfragen.

Wenn Sie dann immer noch überzeugt von Ihrer Entscheidung sind, haben Sie eine Sicherheit hinzugewonnen.

Der Anwalt des Teufels

World Religions Summit 2010 discussion in Montreal

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Eine Variante des Widersprechers ist der „advocatus diaboli“: Der Anwalt des Teufels.

Damit ist eine Person gemeint, die in einer Diskussion eine diametral gegensätzliche Position vertritt. Und das völlig unabhängig davon, ob es wirklich seine eigene Überzeugung ist. Er „spielt“ diese Rolle nur. An den Advocatus Diaboli werden hohe Anforderungen gestellt:

  • Er/Sie muss den gegensätzlichen Standpunkt so vertreten, als ob es sein/ihr eigener Standpunkt wäre.
  • Der Anwalt muss flexibel darauf reagieren, wie der Gesprächspartner seine Argumentation anpasst oder seinen Standpunkt verschiebt.
  • Der Sinn des Gegenanwalts ist es, dass einem anderen Teilnehmer der Runde geholfen wird. Es geht also nicht darum den Hilfesuchenden zu „besiegen“ oder um ähnlichen Käse.

Der letzte Punkt ist wesentlich und genau deshalb sind viele Menschen mit dieser Rolle hoffnungslos überfordert: Aus der Kommunikationsübung wird unbedacht schnell Streit und völlig unkonstruktives Vorwürfemachen, wenn sich die Beteiligten der Rollenverteilung nicht ständig bewusst sind.

Fazit

Auf der ersten Blick klingt es paradox: Wenn Sie eine schwierige Entscheidung zu treffen haben, sollen Sie sich auch noch mit schwierigen Menschen umgeben. Aber genau das funktioniert eben viel besser als wenn Sie versuchen solche komplexen Prozesse nur in Ihrem Kopf oder auf einem Blatt Papier aufzulösen.

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