Preise verstecken = Kunden demotivieren

Ich stolpere immer wieder über interessante Produkte und Dienstleistungen. Natürlich möchte ich mich dann auch über Inhalt, Angebot und selbstredend Preis informieren.

Aber es gibt immer wieder Anbieter, die den Preis entweder verstecken oder erst nach vorherigem persönlichen Kontakt mitteilen.

Konsequenzen

Ich möchte dazu heute mal etwas ganz deutlich sagen:

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Neilson bei Flickr

Wer so ein Versteckspiel betreibt ist für mich automatisch
als Anbieter disqualifiziert
dabei ist es unerheblich, ob es das beste Produkt oder
die sinnvollste Dienstleistung wäre.

Die Gründe sind ganz einfach:

  • Ich habe meine Zeit mit der Suche nach einer Information, die mir nicht mitgeteilt wird, verschwendet.
  • Ich ärgere mich darüber und empfinde daher negativen Stress.
  • Ich fühle mich unter Druck gesetzt, noch mehr Zeit in ein persönliches Gespräch oder einen Mailwechsel zu investieren.
  • Ich möchte mich weder registrieren noch Daten von mir preisgeben – ich bestimmte darüber, wem ich etwas sage; kein Anbieter hat das Recht diese Forderung zu stellen für eine banale Information.
  • Wer keine Preise nennt, dem sind die Preise offensichtlich peinlich. Also vermutlich eh überhöht.
  • Der Anbieter scheut den Vergleich über Preis-/Leistung und kommt damit nicht mehr in Betracht. Wer Angst vor Konkurrenz hat, hat vermutlich seine Gründe (Qualität?).

Ich würde hier gerne konkrete Beispiele nennen, aber soweit mir bekannt ist, kann das in Deutschland unter „üble Nachrede“ fallen und könnte gegebenenfalls strafbar sein. Daher verzichte ich darauf, Sie alle kennen solche unseriösen Anbieter.

Gute Gründe?

Mir ist klar, dass es durchaus Anbieter gibt, die gute Gründe angeben, wieso keine Preise genannt werden. Beispielsweise weil die Dienstleistung „individuell für den Kunden“ angepasst wird oder das Produkt „nur inklusive Consulting und Customizing“ verkauft wird.

Dann sagt das doch möglichst umgehend und nicht erst bei Nachfrage oder auf der allerletzten Produkt-Informationsseite. Ich würde sowieso in der Regel kein Produkt kaufen, das ausschließlich mit Customizing verkauft wird. Denn ich weiß, wofür das oft eine Umschreibung ist: Unfertig und überteuert.

Deshalb: Bitte sagt es sofort, lasst mich nicht meine Zeit mit euch verschwenden.

Marketing/Verkaufsmethodik

Vielleicht steht in einem Standardwerk über das Marketing oder es wurde im letzten Verkäuferlehrgang empfohlen, dass der hohe Preis möglichst erst dann offenbart werden sollte, wenn der Kunde schon Blut geleckt hat. Funktioniert vielleicht auch manchmal.

Ich empfinde das aber als Tricksen und unfaires Vorgehen. Und ich hoffe, dass viele andere das auch so sehen und wir als Kunden endlich wieder ernster genommen werden.

Wir sind – verdammt noch mal – keine Opfer und lassen uns auch nicht zu solchen machen. Egal wie subtil die Tricks verwendet werden, wir entscheiden immer noch selbst.

Exkurs zu Immobilienmaklern

Ich schaue im Fernsehen oft eine Sendung, wo Immobilienmakler von der Kamera verfolgt werden. Auch dort ist dieses Muster ab und an zu erkennen.

Wenn die Makler genau wissen, dass sie das Budget des Kunden überschreiten, verkaufen sie erst mal die tolle Wohnung/das Haus und schleimen den potentiellen Käufer zu bis zum Abwinken. Offensichtlich in der Hoffnung, dass selbiger seinen Verstand und seine Forderungen vergisst. Funktioniert bei fast keinem Kunden und macht die potentiellen Kunden eher sauer. Ein paar fallen natürlich darauf herein.

Ok – was ich immer wieder nicht verstehe… kaum ein Kunde redet Tacheles und jagt den Makler zum Teufel (gerade dann, wenn der Kunde schon Stunden in die Besichtigung investiert hat – ich wäre sauer).

Eigentlich müssten die Makler umgekehrt vorgehen und mich als potentiellen Kunden würden Sie damit sogar eventuell dazu bringen meine festen Vorgaben ein wenig auszuweiten:

„Sorry, ich hab das Budget nicht einhalten können. Aber ich glaube, dass der leicht höhere Preis durchaus gerechtfertigt ist und wollte Ihnen das Produkt trotzdem anbieten.“

2 Kommentare

  • Speedy Gonzales

    Das geht auch ohne ‚Rum-Schleimen‘ & viel subtiler.
    Oll Omma steht beim Kafferöster ‚****‘ (<- beliebige Marke hier einsetzen) vor der Theke.
    Am Wochenende kommt Besuch und Omma möchte 'Vom Besten'.

    „Was hätten Sie denn gerne: 1 Pfund ‚Supa-Dupa-Doll‘ oder 1Pfund ‚Xtra-Luxus-Lecker‘ ??

    Na? Was wird uns oll‘ Omma wohl kaufen?

    Die Existenz der 1/2-Pfund Packung findet erst gar keine Erwähnung …

    🙂

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