Kausalität („Ursache und Wirkung“)

Nach Arthur Schopenhauers „Kausalitätsprinzip“ folgt aus einer Ursache immer eine Wirkung und dieser Prozess kann bewusst gesteuert werden.

Einige der älteren Selbstmanagement-Methoden bauen auf diesen Grundlagen auf und leiten daraus einige Prinzipien ab.

Großmann

Gustav Großmann

Gustav Großmann

Gustav Großmann gilt als der Pionier der Arbeitsmethodik überhaupt. Er hat eine komplette Methode entwickelt, die er viele Jahre lang geschult hat. Heute finden wir seine Grundlagen beispielsweise bei HelfRecht, Hirt und anderen Methoden.

Aber Großmann hat sich natürlich inspirieren lassen. Unter anderem eben auch von Schopenhauer. Denn schon Schopenhauer hat postuliert, dass wir den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung beeinflussen können.

Ziele als Ursache und Wirkung

Sehr populär ist der Ansatz, dass wir zur Weiterentwicklung persönliche Ziele setzen sollen. Diese Ziele sind nach Schopenhauer die Wirkung, denn sie sind das Ergebnisse einer Ursache: Diesen Zusammenhang nennen wir Kausalität.

Die Ursache ist der Ist-Zustand. Dieser Ist-Zustand ist in diesem Sinne ein Mangel oder ein Wunsch nach Veränderung – oder schlicht eine Motivation.

Das Ursache-Wirkungs-Prinzip ist uns auch sehr geläufig:

  • Wenn wir mit dem Fuß vor die Wand treten (Ursache) wird uns der Fuß weh tun (Wirkung).
  • Wenn wir freundlich und hilfsbereit sind (Ursache) werden Menschen uns in der Regel akzeptieren, mögen und fördern (Wirkung).
Allgemein können wir sagen, dass alles, was passiert, auch eine Ursache hat.

Aktiver Einfluss

Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Schopenhauers Leistung bestand unter anderem darin zu erkennen, dass der Weg zwischen Ursache und Wirkung aktiv und bewusst beeinflusst werden kann. Wir uns also in den Prozess einmischen können. Das gilt übrigens nicht nur im kleinen – es gilt auch bei großen Zusammenhängen, die auf den ersten Blick für uns unbeeinflussbar scheinen:

  • Auch eine Stimme kann eine Regierung abwählen,
  • auch das Spenden von einem Euro kann den Hunger der Welt stillen.

Philosophisch betrachtet gibt es keinen Unterschied zwischen unserer unmittelbaren Umgebung und dem großen Ganzen.

Glücklicherweise können wir uns beim Selbstmanagement auf die weniger globalen Wirkungen beschränken.

Planbarer Erfolg

Großmann und andere haben daraus dann abgeleitet, dass eine aktive Beeinflussung eine planbare Vorgehensweise bedeutet.

Ganz konkret heißt das:

  • Wenn wir Fußschmerzen (Wirkung) haben möchten, brauchen wir nur nach möglichen Ursachen suchen und dann diese Ursache schaffen: Eine mögliche Ursache ist das Treten gegen die Wand (Ursache).
  • Wenn wir einen Kiosk eröffnen wollen (Wirkung), müssen wir „nur“ herausarbeiten, welche notwendigen Schritte wir dafür gehen müssen (Ursache).
  • Wenn unsere Partnerschaft glücklich und erfüllt sein soll (Wirkung), ist es auch an uns die Grundlagen zu schaffen (Ursache).
  • Wenn wir eine langfristige Beziehung zu einem Kunden aufbauen möchten (Wirkung), müssen wir herausfinden, was wir dafür aufbringen müssen (Ursache).

Zwar sagen Großmann, Schopenhauer und andere, dass wir aktiv die Wirkung planen können – aber niemand sagt, dass das leicht sein muss. Wichtig ist eigentlich nur, dass aus dem Kausalitätsprinzip folgt, dass wir keineswegs Spielball der Wellen sein müssen:

Wir haben die Wahl, wir haben den notwendigen Einfluss.

Und weiter?

Ich halte es für wichtig, dass wir zuerst akzeptieren, dass wir viele Dinge selbst in der Hand haben und aktiv in unserem Leben mitmischen können und sollten. Wenn wir das, was uns wichtig ist, wirklich erreichen wollen, haben wir die Möglichkeit die notwendigen Schritte zu finden und zu gehen.

 

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