Nutzen bieten

In der Zusammenarbeit mit Kollegen und Kunden orientieren wir uns üblicherweise daran, welche Anforderungen an uns gestellt werden. Wenn der Kunde eine gewisse Vorstellung hat, die innerhalb unsere Möglichkeiten liegt, versuchen wir den Wunsch zu erfüllen: dienstleistungsorientiertes Denken eben.

Diese Denkweise können wir aber auch etwas verallgemeinern und zu einer grundsätzlichen Einstellung machen. Das hat für uns sogar einige Vorteile – und als sehr willkommenen Nebeneffekt auch für viele andere in unserem Umfeld.

Nutzen bieten

Wir können dieses mehr oder weniger sowieso schon übliche Vorgehen etwas griffiger als „Nutzen bieten“ bezeichnen. Der Vorteil dieser Bezeichnung ist, dass sie auch gut auf den Punkt bringt, was damit gemeint ist:

Lassen Sie uns anderen einen Nutzen bieten!

Indem wir bei unseren Handlungen immer auch darüber nachdenken, wie wir anderen einen Vorteil bringen können, erreichen wir mindestens zwei Dinge:

  1. wir werden für unseren Einsatz geschätzt und werden gerne in Projekte und wichtige Entscheidungen einbezogen
  2. zu gegebener Zeit werden wir diesen Einsatz auch zurückerhalten

Es geht mir hier keineswegs darum Sie zu ermutigen, naiv auf Angriffe von außen zu reagieren – das Konzept des „Nutzen bietens“ ist ein aktives Konzept, ein Konzept, dass Sie als agierenden (also aktiv handelnden) Teil einer Zusammenarbeit braucht.

Falls Ihnen dieser Ratschlag ungewöhnlich oder einseitig vorkommt – wechseln Sie einfach die Perspektive. Denken Sie darüber nach, wie Sie darauf reagieren würden, wenn andere auch Ihren Vorteil im Blick hätten. Wäre das nicht eine erfreuliche Erfahrung? Wollten Sie dann nicht auch diese andere Person bei wichtigen Entscheidungen dabei haben – weil Sie ja wissen, dass Sie vorteilhafte und produktive Mitarbeit erhalten werden?

Was ist, wenn es sich erst einmal nicht auszahlt?

Es wird immer Menschen geben, die sehr einseitig auf ihren eigenen Vorteil achten und keine große Energie darin investieren, den Einsatz anderer auszugleichen (eine sogenannte „Gewinn-Egal“-Einstellung). Andere wiederum sehen nur ihren eigenen Vorteil und möchten sogar aktiv andere als Verlierer sehen („Gewinn-Verlierer“-Einstellung).

Diese Menschen glauben, sie hätten dadurch einen Vorteil – aber das ist trügerisch. Die wirklich erfolgreichen Menschen denken immer daran, dass eine „Gewinn-Gewinn“-Situation entsteht: nur so lässt sich eine gute und dauerhaft gewinnbringende Partnerschaft etablieren (die wiederum auch zum eigenen Vorteil ist!).

Mit diesen Menschen müssen Sie leben – Sie werden diese Menschen nicht ändern können und brauchen Ihre Energie hier auch nicht verschwenden. Jeder Mensch trifft seine eigenen Entscheidungen und muss auch mit den entsprechenden Konsequenzen leben.

Deshalb treffen Sie für sich selbst eine Entscheidung: Unabhängig davon, ob der Einzelnen, dem Sie gerade von Nutzen waren, nun auch bei Gelegenheit auf Sie zurückkommt. Das Konzept geht in der Menge gesehen auf: Wenn es Ihre persönliche Überzeugung wird, bekommen Sie in der Summe genug positive Erfahrungen zurück.

Mal ganz davon abgesehen – Sie werden sich einfach wohler fühlen 😉

Ausprobieren!

Sie können es ja auch einfach mal eine Weile ausprobieren. Versuchen Sie bewusst daran zu denken, wie Sie (auch) anderen von Nutzen sein können. Wenn Sie nach ein paar Monaten feststellen, dass Sie damit nicht gut gefahren sind – dann lassen Sie es wieder. Es ist ja nur ein Versuch.

Ich vermute aber, dass Sie positive Erlebnisse haben werden.

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