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Der große Zeitplanbuch-Test: Filofax Guildford Personal

Posted By Iris On 15. August 2011 @ 07:30 In | No Comments

Vorbemerkung

Iris von Filomaniac „Das deutsche Blog für alle Filofax–Fans.“ hat freundlicherweise einen Test Ihres Filofax Guildfords geschrieben. Sie ist seit 2009 ein großer Filofax-Fan und hat schon 20 Exemplare in ihrer Sammlung.

Ich bin Iris sehr dankbar, dass Sie als fachkundige Expertin die Zeit in den ausführlichen Test investiert hat.

So und los geht es icon wink Der große Zeitplanbuch Test: Filofax Guildford Personal

Einleitung

Der Name Filofax wird oft als Synonym für „Zeitplanbuch” verwendet — und das nicht von ungefähr: Tatsächlich war es die britische Firma Norman und Hill, die 1921 den Filofax („file of facts”) als ersten ringgebundenen Planer produzierte. (-> http://www.filofax.de/aboutus/heritage.asp).

Filofax bietet Ringbücher in verschiedenen Größen von Mini (Papierformat 67 x 105 mm) bis A4 an, dazu passende Taschen, Konferenzmappen und Accessoires.

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Getestet wird heute der Guildford in der Größe Personal (Papierformat 171 x 95 mm). Er kostet  95 Euro inklusive Wochenkalendarium, zweier Register und weiterer Einlagen. Erhältlich ist der Guildford übrigens auch als Slimline (13 mm Ringmechanik) sowie in den Größen Mini und Pocket.

Verarbeitung

Das Ringbuch (190 x 135 mm) ist komplett aus schwarzem Rindleder gefertigt, die Ringmechanik hat einen Durchmesser von 23 mm. Die Stiftschlaufe ist ebenfalls aus Leder. Geschlossen wird das Ringbuch mit einer Druckknopflasche.

Die Verarbeitung von Leder, Nähten und Ringmechanik ist tadellos; auch nach knapp zwei Jahren Benutzung gibt es keinerlei Beanstandung.

Kleines Manko: Die Stiftschlaufe ist nicht elastisch, dickere Stifte passen nicht hinein.

Planbuch 1
Ringmechanik 1
Stiftschlaufe und Ablagen 2
Verarbeitung 1,33

Handhabung

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Das Ringbuch lag beim Aufschlagen von Anfang an flach, und es lässt sich auch problemlos schließen. Die Einlagen werden nicht verknickt und „kollidieren” auch nicht mit dem Stift. Durch das Lineal und die Register ist der Zugriff auf gewünschte Einlagen problemlos. Die Mechanik funktioniert auch nach fast zwei Jahren Benutzung tadellos.

In der Grösse Personal ist der Filofax handlich genug, um mitgenommen zu werden und doch groß genug, um damit zu arbeiten.

Seitenwechsel 1
Zugriff auf Bereiche 1
Ringmechanik 1
Verknickung beim Schließen 1
Raumangebot (Stift quetscht?) 1
Mobilität 2
Handhabung 1,17

Material Planer

Das Rindleder ist weich und glatt und fühlt sich sehr angenehm an. Ich habe meinen Guildford im Oktober 2009 gekauft und kann sagen, dass sowohl Leder als auch Ringmechanik sehr hochwertig sind. Das Leder weist keinerlei Abnutzungserscheinungen auf und ist auch nicht anfällig für Kratzer.

Der Guildford ist klassisch und elegant — vielleicht etwas „konservativ” — und eignet sich sowohl für Männer als auch für Frauen. Filofax bietet allerdings auch zahlreiche bunte und „poppige” lederne und nichtlederne Modelle für jeden Geschmack an.

Links verfügt der Guildford über sechs Steckfächer im Kreditkartenformat sowie ein großes Fach dahinter, das an zwei Seiten offen ist, so dass auch größere Zettel eingesteckt werden können. Auf der rechten Seite befindet sich eine Reißverschlusstasche aus Mesh-Gewebe, in der kleinere Zettel, Fotos, Briefmarken oder ähnliches sicher aufgehoben sind. Andere Filofax-Modelle bieten ein Steckfach, in das ein Notizblock eingesteckt werden kann.

Haptik 1
Optik 2
Qualität 1
Material Planbuch 1,33

Material Einlagen

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Mitgeliefert werden:

  • Kalendarium „Woche auf zwei Seiten” (W2P)
  • 6-teiliges Sachregister (Diary / Notes / Projects / Information / Financial / Addresses)
  • 12-teiliges Adressregister
  • Notizpapier (versch. Farben)
  • Formulare (Finanzen, Internetadressen)
  • To Do-Listen
  • Adressblätter
  • Visitenkartenhülle

Das Papier ist angenehm weiß mit schwarzer Schrift und lässt sich mit allen Arten von Stiften (Bleistift, Kugelschreiber, Tinte…) beschreiben, ohne zu verschmieren oder durchzuscheinen.

Filofax bietet darüber hinaus auch Einlagen aus etwas dickerem, cremefarbenem Papier (cotton cream) mit brauner Schrift, das „eine satinierte Oberfläche mit besonders hohem Baumwollanteil” hat. (Quelle: http://www.filofax.de/aboutus/help.asp)

Schreibgefühl 1
Blätterstabilität 1
Blickdichte/Schreibdichte 1
Material Seiten/Einlagen 1

Methodik der Planung

Filofax bietet ausdrücklich keine Methodik oder Anleitung an. Zitat:

„Wir geben keine Anleitung — wir geben Anregungen! Aus der Fülle an Einlagen und Zubehör kann sich jeder Nutzer seinen eigenen, ganz individuellen Filofax zusammenstellen — dieses entspricht unserer Philosophie! Die beim Kauf beinhaltete Standardfüllung dient zur ersten Orientierung, da diese Einlagen erfahrungsgemäß die am häufigsten verwendeten Einlagen sind.”

(Quelle: http://www.filofax.de/aboutus/help.asp)

(keine Wertung)

Terminabstimmungen

Enthalten ist das Wochenkalendarium des aktuellen sowie ab Mitte des Jahres auch das des folgenden Jahres. Es gibt außerdem eine große Auswahl an weiteren Kalenderformaten, u. a. Jahresplaner im Leporelloformat, Monats– und Tageskalender, die allerdings — je nach Bedarf — separat gekauft werden müssen.

Planung Terminabstimmung 3

Aktivitätenplanung

Filofax setzt weniger als andere Hersteller auf Formulare und Vordrucke — abgesehen von To Do-Listen, Finanz– und Adressblättern gibt es kaum Vordrucke. Eine „Delegationsüberwachung” ist nicht vorgesehen, ein entsprechendes System muss also ggfs. vom Nutzer selbst erarbeitet werden.

Monatsvormerkung 2
Todo-Listen 1
Delegationsüberwachung 6
Planungs-Aktivitäten 3

Projektplanung

Spezielle Formulare zur Projektplanung sind nicht erhältlich. Mit Hilfe der unterschiedlichen Register sowie des farbigen Notizpapiers (das in vielen Farben erhältlich ist) lassen sich Notizen/To Do-Listen etc. nach Gutdünken in Projekte einteilen. Auch Blankoregister zum Selbstbeschriften sind erhältlich.

Das Einheften anderer Dokumente/Ausdrucke ist dank der Ringmechanik zwar möglich, im Format Personal jedoch eher schwierig. Ein Ringbuch in A5 oder sogar A4 wäre hier die bessere Wahl.

Ablage eigener Projekte 1
Aktivitätenübersichten 1
wichtige Unterlagen 4
Planung Projekte 2

Planungshorizonte

Mitgeliefert wird lediglich das Wochenkalendarium; es empfiehlt sich die zusätzliche Anschaffung eines Jahresplaners (Leporello-Format) oder Monatskalenders (Monat/2 Seiten).

Das (ebenfalls separat angebotene) Tageskalendarium (wahlweise Tag/1 Seite oder Tag/2 Seiten) bietet eine Zeitleiste (8 — 20 Uhr) sowie im Format Tag/2 Seiten eine To Do-Liste. Felder für verschiedene Aktivitäten (Telefon/Mail usw.) sind nicht vorgedruckt — was dem Nutzer mehr Freiheit lässt.

Jahr 1
Monat 2
Woche 1
Tag 2
Planungshorizonte 2

Zielplanung

Wird von Filofax nicht definiert (s. o.) ; es ist daher ins Ermessen des Nutzers gestellt, Ziele zu definieren, formulieren und ihr Erreichen zu überwachen.

(keine Wertung)

Angebotssortiment des Herstellers

Filofax bietet eine große Auswahl an Kalendereinlagen, Notizpapier und Zubehör, allerdings kaum Formulare und Vordrucke, auch nicht als Download.

Verfügbare Einlagen 3
sonstiges Zubehör 2
Angebotssortiment des Herstellers 2,50

Nutzen eigener Einlagen

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Eine Adressbuch-Software zum Ausdruck der Kontakte aus Outlook wird zum Preis von 9,90 Euro angeboten (Demoversion kostenlos), ebenso vorgelochtes und perforiertes Papier in verschiedenen Größen (Pocket, Personal, A5).

Vorlagen werden nicht angeboten, sind aber dank der großen Fan-Gemeinde im Internet leicht (und gratis!) zu finden.

Mit Hilfe eines entsprechenden Lochers können eigene Einlagen gelocht und eingeheftet werden; die Papiergrößen (Pocket, Personal, A5) werden auch von viele anderen Herstellern angeboten (u. a. bsb obpacher, Brunnen, Rido).

lieferbare Papiere 2
Vorlagen 2
Lochung 1
Nutzen eigener Einlagen 1,34

Hilfestellung und Support

Die Bearbeitung von Bestellungen erfolgt sehr schnell, geliefert wird in der Regel am übernächsten Werktag.

Der Kundenservice ist — wie ich aus der Filofax-Community weiß — sehr gut; defekte Ringbücher werden noch nach Jahren anstandslos repariert oder umgetauscht.

Was die Methode angeht, gibt es keinen Support (s. o.); auch keine Anleitung, sei es gedruckt oder online.

Anleitung(en) 6
Kontaktmöglichkeit 2
Betreuung 2
Sonstiges Angebot 6
Hilfestellung/Support 3,5

Preise

Die Qualität der Produkte ist sehr gut, hat aber natürlich auch ihren Preis. Ringbücher gibt es in verschiedenen Preislagen; im Personal-Format z. B. von 33 bis 259 Euro, in A5 von 52 bis 209 Euro (incl. Einlagen).

Die Preise für Kalender finde ich angemessen, z. B. „Woche auf zwei Seiten” 11,90 Euro, das Tageskalendarium 17,90 Euro (Personal). Teurer sind die Einlagen (30 Blatt Notizpapier 3,50 Euro) sowie das Zubehör — so kostet der Locher stolze 59,90 Euro.

Verglichen mit anderen Anbietern wie tempus oder Time/System sind die Preise allerdings immer noch moderat.

Für eine jährliche Nachfüllung — incl. Jahresplaner, Notizpapier (100 Blatt) und To Do-Listen (20 Blatt) –werden mit Wochenkalender 26,80 Euro, mit Tageskalender 32,80 Euro fällig. Eine Jahreslieferung als „Paket” wird nicht angeboten.

Einlagenpreise 2
Zubehör 3
Preis 2,5

Notenspiegel

Verarbeitung 1,33
Handhabung 1,17
Material Planbuch 1,33
Material Seiten/Einlagen 1
Planung Methodik -
Planung Terminabstimmung 3
Planung Aktivitäten 3
Planung Projekte 2
Planungshorizonte 2
Zielplanung -
Angebotssortiment des Herstellers 2,5
Nutzen eigener Einlagen 1,34
Hilfestellung/Support 3,5
Preise 2,5
Gesamtnote 2,06

Fazit

Wer gerne mit Vordrucken und Formularen z. B. zur Projektplanung arbeitet, ist mit anderen Systemen wie tempus oder Time/System sicher besser bedient. Filofax spricht dagegen eher Leute an, denen ein Kalendarium sowie (farbiges) Notizpapier für Notizen, Listen und Projekte genügt.

Was mich an Filofax begeistert, ist die große Auswahl an Ringbüchern in den verschiedensten Farben und Materialien, die die Ringbücher zu Sammelobjekten macht — und die (hauptsächlich englischsprachige) Community im Internet: Filofax-Fans tauschen (in Blogs und via Social Media) Tipps und Ideen zur Nutzung sowie Vorlagen aus, zeigen einander Fotos ihrer „Filos” — es gibt mittlerweile sogar regelmäßige Meet-Ups. Welcher andere Zeitplanbuch–Hersteller kann das von seinen Produkten behaupten?


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